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Willkommen auf der Seite der Kooperation für den Frieden

Die Kooperation für den Frieden ist ein Zusammenschluss von mehr als 60 Initiativen und Organisationen aus der Friedensbewegung.
Seit 2003 setzt sie sich dafür ein, dass kriegerische Gewalt als Mittel der Politik geächtet wird und stattdessen Methoden und Strategien der Krisenprävention und der zivilen Konfliktbearbeitung ausgebaut werden.

"Der Ukraine-Konflikt, der noch vor drei Jahren kaum vorstellbar war, birgt gefährliches Eskalationspotential in sich. Er spielt sich auf drei Ebenen ab, der Konfrontation zwischen den West- und Ost-Großmächten, auf der Ebene der innergesellschaftlichen Gegensätze der Ukraine und im bislang wenig beachteten Bereich zwischen den USA und der EU. Militärstrategische wie wirtschaftliche Komponenten sind von großer Bedeutung. Ohne einen Blick auf die Geschichte, sind die vielen Fäden des Konfliktes nicht zu entwirren. Die Gefahr der Eskalation des Konflikts ist beträchtlich. Sie darf nicht zum Selbstläufer werden, den möglicherweise keiner der Konfliktakteure unter Kontrolle bekommt, sei es aus außen- oder innenpolitischen Gründen. Unser Dossier hat zum Ziel die Möglichkeiten einer Deeskalation darzustellen und damit einen Weg vorzuzeichnen, der Konfrontation zu Kooperation werden lässt."

Initiates file downloadHier Dossier VII als PDF herunterladen

Fertig gedruckte Hefte werden voraussichtlich Mitte September vorliegen.
Vorbestellung jeder Zeit möglich unter info@ we_dont_like_spam koop-frieden.de

Von Andreas Buro und Clemens Ronnefeld
Herausgegeben von der Kooperation für den Frieden
Erschienen: August 2014

Leitet Herunterladen der Datei ein[Pressemitteilung "Mani Stenner ist tot - Ein Leben für Frieden, Abrüstung und Gerechtigkeit"]

Liebe Freundinnen und Freunde,

Sie/Ihr habt es vielleicht bereits mitbekommen: Mani Stenner, der langjährige Geschäftsführer des Netzwerk Friedenskooperative, ist am Donnerstag letzter Woche völlig überraschend im Alter von nur 60 Jahren verstorben. Ein herber Verlust! Persönlich wie politisch. Es gibt nicht viele wie ihn.

Wir beabsichtigen, mit einer Anzeige in mehreren Tageszeitungen (abhängig von den Spenden sind TAZ, ND, FR angedacht) an Mani und sein Wirken zu erinnern. Der Text der Anzeige steht am Ende dieser Mail. Er ist so abgefasst, dass ihn sowohl politische als auch persönliche Freunde unterzeichnen können.

Alle, die diese Anzeige mit uns unterzeichnen möchten, bitten wir um Rückmeldung bis zum 31. Juli 2014 (Neue Frist: 4. August) und um einen finanziellen Beitrag in Höhe von 20-50 EUR auf das Konto der

IPPNW e.V.

IBAN: DE39 1002 0500 0002 2222 10
BIC: BFSWDE33BER
bzw.:
Bank für Sozialwirtschaft, Berlin (BLZ: 100 205 00)
Konto: 22 222 10
Betreff: „Anzeige Mani Stenner“

Per Internet ist eine Beteiligung an den Kosten der Anzeige unter folgendem Link möglich:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://secure.spendenbank.de/spenden/?oid=5349487&verwendungszweck=16318&vz_solo=1

Wir bitten Sie/Euch, uns Ihren/Euren Namen und Wohnort (sowie zu unserer Information den politischen oder persönlichen Kontext, der Sie/Euch mit Mani Stenner verband) per Email an friekoop@comlink.org oder per Fax an 0228-692906 mitzuteilen. Wer eine Spendenquittung von der IPPNW bekommen möchte, sende bitte zusätzlich seine Adresse. Das Büro des Netzwerks Friedenskooperative sammelt die Unterzeichner und stellt sicher, dass niemand vergessen wird.

Schließlich eine weitere Bitte: Viele Kontaktadressen Manis befinden sich auf seinem Laptop und sind derzeit für das Büro der Friedenskooperative noch nicht nutzbar. Wir können also nicht alle wichtigen Personen selbst kontaktieren. Leitet diese Email bitte an Menschen weiter, von denen ihr wisst, dass sie sich möglicherweise gerne an der Anzeige beteiligen würden. Mehrfachzusendungen sind dabei nicht zu vermeiden, die Empfänger werden dafür aber angesichts der besonderen Umstände sicher Verständnis aufbringen.

Die Trauerfeier für Mani Stenner wird am 26.Juli 2014 um 14.30 Uhr in Bonn stattfinden. Wer daran teilnehmen möchte, wird gebeten, das Büro des Netzwerks Friedenskooperative zu kontaktieren.

Manis Frau Luise bittet uns alle explizit darum, grundsätzlich auf Blumengeschenke oder Kränze zu verzichten und statt dessen die Weiterarbeit des Netzwerks Friedenskooperative mit einer großzügigen Spende zu unterstützen. Solche Spenden für den Förderverein Frieden e.V. des Netzwerks können gegenwärtig ebenfalls auf das oben genannte Konto überwiesen werden. Sie werden dorthin weitergeleitet.

Kristian Golla (Netzwerk Friedenskooperative)
Jens-Peter Steffen (IPPNW)
Otfried Nassauer (BITS)

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Manfred „Mani“ Stenner
*4.4.1954 – †17.7.2014

Die sozialen Bewegungen in Deutschland haben einen ihrer wichtigsten Köpfe und aktivsten Mitstreiter verloren. Die alte Bundeshauptstadt Bonn einen ihrer engagiertesten Bürger. Mani Stenner, seit Jahrzehnten Geschäftsführer und guter Geist des Bonner Netzwerks Friedenskooperative, ist tot. Sein ganzes Leben hat Mani dem Einsatz für Frieden, Abrüstung und Gerechtigkeit gewidmet. Ein plötzlicher Herzinfarkt riss ihn im Alter von nur 60 Jahren mitten aus der Arbeit und dem Leben.

Ein großes Herz, aufgeschlossen für tiefe Freundschaft, mutig und selbstlos risikobereit. Sein Kopf, angefüllt mit Ideen und stets offen für Neues. Seine Füße, fest und standhaft auf dem Boden der Realität, seine große politische Erfahrung im Hintergrund. Seine Bereitschaft zu arbeiten, um das Unmögliche doch möglich zu machen und sein großartiger Humor. Das ist jener Mani, an den wir uns noch lange gerne erinnern werden.

Es wird dauern, bis wir begreifen werden, welch große Lücke Mani Stenner hinterlässt. In Bonn, in der ganzen Bundesrepublik. Sein Engagement in lokalen Initiativen und bei der Vernetzung bundesweiter Kampagnen für eine bessere Welt ist sein Vermächtnis. Uns ist es Ansporn, seine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Wir trauern um den Freund, den Kollegen, den unermüdlich aktiven Mani Stenner. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau und aktiven Mitstreiterin Luise, die ihn mit unendlich viel Kraft und Leidenschaft unterstützt und begleitet hat.

Initiates file download[PM vom 20.07.2014 als PDF]

Die sozialen Bewegungen in Deutschland haben einen ihrer wichtigsten Köpfe und aktivsten Mitstreiter verloren. Die alte Bundeshauptstadt Bonn verlor zugleich einen ihrer engagiertesten Bürger. Mani Stenner, seit 25 Jahren Geschäftsführer und guter Geist des Netzwerks Friedenskooperative, ist tot. Ein plötzlicher Herzinfarkt riss den 60-Jährigen am vergangenen Donnerstag (17.7.2014) überraschend aus der Arbeit und dem Leben.Mani Stenner (c) Hardy Lohmeyer / Joker

Mani Stenner engagierte sich seit den frühen 1980er Jahren in der Friedensbewegung und wurde in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts zu einem ihrer führenden organisatorischen und politischen Köpfe. Mit der Geschäftsführung des Netzwerks Friedenskooperative übernahm er die Leitung eines der wichtigsten Dachverbände der Friedensbewegung. Von der Verantwortung bundesweiter Großdemonstrationen und Kampagnen bis zur deutschlandweiten Vernetzung der lokalen Initiativen und der Zusammenarbeit mit anderen sozialen Bewegungen reichte sein Aufgabenbereich.

In seiner Heimatstadt Bonn engagierte sich Stenner darüber hinaus auf lokaler Ebene. Mit dem „Bonner Forum für BürgerInnen und Polizei“ initiierte er einen bundesweit einmaligen Dialog mit Polizeibeamten der alten Bundeshauptstadt, arbeitete in örtlichen Nord-Süd-Projekten mit und engagierte sich gegen das Wiedererstarken rechtsextremen Gedankenguts.

Stenner besaß die seltene Fähigkeit, unterschiedliche politische Strömungen zusammenzuführen, mit politischen Gegnern Dialoge zu führen und seine Vorstellungen von einer friedlicheren und gerechteren Welt auch gegenüber den Mächtigen in der Gesellschaft zu vertreten.

Getragen wurde seine Arbeit von dem Ziel, den Menschenrechten mehr Geltung zu verschaffen, die Anwendung manifester und struktureller Gewalt zu minimieren und eine gerechtere menschliche Gesellschaft zu ermöglichen. Militärische Mittel waren für ihn nie alternativlos.

Mani Stenner wusste sehr wohl, dass er auf große Widerstände treffen würde. Er war Realist und machte sich keine Illusionen. Aufgeben war seine Sache nicht. Die deutsche Friedensbewegung hat ihm unendlich viel zu verdanken.

„Es wird lange dauern, bis wir begreifen, wie viele und wie große Lücken der Freund, der Mensch und der Arbeitskollege Mani Stenner hinterlässt“, sagt Kristian Golla, sein langjähriger Mitstreiter und Kollege im Bonner Büro der Friedenskooperative. „Aber seine bedingungslose Selbstverpflichtung zur konsequenten Arbeit für eine friedlichere und gerechtere Welt bleibt nicht nur sein Vermächtnis, sondern auch unser Ansporn.“ 

Initiates file download[PM 04.07.14 als PDF]

Die Kooperation für den Frieden, ein Dachverband der Friedensbewegung, dem mehr als 60 friedenspolitische Organisationen und Initiativen angehören, fordert die Bundesregierung auf, alle Pläne zur Anschaffung von bewaffnungsfähigen Drohnen bzw. Kampfdrohne aufzugeben und sich stattdessen für deren Ächtung einzusetzen. D.h., dass Deutschland sich auch der Entwicklung einer bewaffnungsfähigen europäischen Drohne widersetzt.

Die Kooperation für den Frieden verurteilt die geplante Anschaffung bewaffneter Drohnen, da sie die Hemmschwelle für Kriegseinsätze herab setzt. Die Kooperation befürchtet ein Wettrüsten hin zu autonomen Kriegsmaschinen und die Proliferation an nicht-staatliche Akteure.

„Kampfdrohnen setzen die Hemmschwelle für den Einsatz militärischer Gewalt herab, da eigene Opfer unter den Soldaten nicht zu befürchten sind. Drohnen erleichtern die Entscheidung der Politik, militärische Gewalt als Mittel der Konfliktlösung anzuwenden, denn eine öffentliche Hinterfragung aufgrund gefallener Soldaten findet nicht mehr statt“, so Philipp Ingenleuf, ein Sprecher der Kooperation, vom Netzwerk Friedenskooperative. „Die Argumentation, Kampfdrohnen zum Schutz der Soldaten anschaffen zu müssen ist fadenscheinig. Der beste Schutz für Soldaten und auch allen anderen Menschen, ist immer noch der Verzicht auf jegliche militärische Gewaltanwendung“.

Die Kooperation kritisiert die Sichtweise deutscher Militärs, bewaffnete Drohnen seien rein defensive Distanzwaffen. Vielmehr sind sie bevorzugtes Mittel für extralegale und gegen Völkerrecht verstoßende Tötungen im „Krieg gegen den Terror“. Zudem garantieren Drohnen als neue Waffenplattform keine über bestehende Waffensysteme hinausgehend gesteigerte „saubere“ Kriegsführung. Laut einem Report des Büros für investigativen Journalismus haben 386 US-Drohnenangriffe seit Juni 2004 in Pakistan alleine bis zu 3.743 Menschen getötet. Unter den Opfern waren bis zu 957 erwachsene Zivilisten und bis zu 202 Kinder. Zusätzlich wurden bis zu 1.647 Menschen zum Teil schwerst verletzt(Opens external link in new windowQuelle siehe hier).

Die Kooperation für den Frieden fordert die Bundesregierung auf:

  • das Beschaffungsprogramm von bewaffnungsfähigen Drohnen bzw. Kampfdrohnen einzustellen.
  • Kampfdrohnen zu ächten und eine internationalen völkerrechtliche Ächtung einzuleiten.
  • die Entwicklung und zukünftige Anschaffung von autonomen Kriegsmaschinen per Gesetz zu verbieten.

 

Die SprecherInnen der Kooperation für den Frieden:
Reiner Braun (IALANA)
Philipp Ingenleuf (Netzwerk Friedenskooperative)
Jens-Peter Steffen (IPPNW)
Renate Wanie (Werkstatt für Gewaltfreie Aktion)
Lucas Wirl (NaturwissenschaftlerInnen Initiative)

Initiates file download[Statement als PDF]

1. Die Kooperation begrüßt das Engagement von Menschen für den Frieden, das auch in Montagskundgebungen in vielen Städten zum Ausdruck kommt. Die Friedensbewegung wird aufgefordert, in eine intensive offene und solidarische Diskussion mit den TeilnehmerInnen an diesen Kundgebungen zu treten. Die Kooperation ist für diesen Dialog offen und engagiert sich für den Austausch unterschiedlicher Meinungen und Positionen. Die Friedensbewegung lebt von der Pluralität der Meinungen und Positionen.

2 .Die Grundlage eines offenen Dialoges und des Gespräches ist der Antifaschismus und die unzweideutige Ablehnung des Antisemitismus. Jede Kooperation mit rechtsradikalen, faschistischen Kräften erteilt die „Kooperation für den Frieden“ eine grundlegende Absage. Äußerungen von Organisatoren der Montagskundgebungen, Redebeiträge und erkennbare Strategien rechtsradikaler Kräfte lassen – um es vorsichtig zu formulieren – zumindest Zweifel daran aufkommen, dass der Antifaschismus derzeit in allen Städten Konsens und Grundlage der Kundgebung ist.

3. Die Kooperation setzt sich auf der oben beschriebenen Grundlage für örtliche, dezentrale Formen der Zusammenarbeit ein.

Initiates file download[Aufruf als PDF]

Samstag, 31. Mai 2014, um 5 vor 12.

Auch nach den Wahlen in der Ukraine: Deeskalation, Waffenstillstand, Verhandlungen und zivile Konfliktbearbeitung statt Sanktionen und Militäreinsatz

Die Friedensbewegung teilt mit vielen Menschen die Sorge um den Frieden in Europa. Die Kooperation für den Frieden, ein Dachverband der Friedensbewegung, dem 60 friedenspolitische Organisationen und Initiativen angehören, unterstützt deshalb am 31. Mai um 5 vor 12 Uhr dezentrale Aktionen in ganz Deutschland.

Wir fordern die verfeindeten Akteure in der Ukraine auf, alles zu vermeiden, was die Situation weiter verschärft und alles dafür zu tun, dass es zu einer sofortigen Deeskalation des Konfliktes und zur Kooperation kommt, wie z.B.

  • der Rückzug der ukrainischen Truppen in der Ostukraine als vertrauensbildende Maßnahme
  • die Aufnahme von direkten Gesprächen der ukrainischen Regierung mit den Aufständischen in der Ostukraine unter internationaler Vermittlung (OSZE).
  • Die deutsche Bundesregierung möge Kiew drängen, jegliche Demonstration der Stärke zu unterlassen
  • Russland muss auf die pro-russischen Kräfte einwirken, ihre Waffen abzugeben und sich der Verhandlungsoption zu öffnen.

Wir erinnern an die ehemals gemeinsamen Interessen an der Gestaltung des europäischen Hauses bei der Gründung der OSZE (KSZE) - ein System kollektiver Sicherheit.

Wir fordern

ein erneutes Genfer Treffen unter Einbeziehung Russlands, der ukrainischen Regierung, der VertreterInnen der ostukrainischen Gebiete, der EU und USA einzuberufen - unter der internationalen Vermittlung der OSZE.

  • von der russischen Regierung einen konstruktiven Dialog
  • alle Sanktionsmaßnahmen des Westens aufzuheben
  • und alle Gewalthandlungen in der Ukraine einzustellen.
  • von den Medien statt einer konfliktverschärfenden Berichterstattung Schritte zu einer zivilen Bearbeitung des Konfliktes stärker in den Vordergrund zu stellen.

Verhandlungen, Gespräche, Vermittlung und zivile Konfliktbearbeitung sind noch immer das Gebot der Stunde. Jegliche Konfrontation ist zugunsten einer zivilen Politik der Kooperation und des allmählichen Aufbaus von Vertrauen aufzugeben.

Wir fordern

  • für die Ukraine eine Brückenfunktion, ein umfassendes System der Neutralität, d.h. auch, keine Mitgliedschaft in einem Militärpakt
  • die Beteiligung der Ukraine an sozialer und ökonomischer Kooperation nach Westen und Osten
  • ein Ende der destabilisierenden Politik des Westens, die NATO immer weiter nach Osten auszudehnen
  • eine möglichst zügige Durchführung von freien Parlamentswahlen in der Gesamtukraine.

Sicherheit für die Menschen in der Ukraine und anderswo kann nicht durch Waffen erzielt werden, sondern nur durch einen konsensualen Prozess aller am Konflikt Beteiligten.

 

Die SprecherInnen der Kooperation für den Frieden:
Reiner Braun (IALANA)
Philipp Ingenleuf (Netzwerk Friedenskooperative)
Jens-Peter Steffen (IPPNW)
Renate Wanie (Werkstatt für gewaltfreie Aktion)
Lucas Wirl (NaturwissenschaftlerInnen Initiative)

Initiates file download[Hier die PM vom 07.05.2014 als PDF]

Die Situation in der Ukraine ist mehr als kritisch. Eine Dynamik hin zu Krieg – auch über die Grenzen der Ukraine hinaus – scheint in Gang geraten zu sein. Die Kooperation für den Frieden, ein Dachverband der Friedensbewegung, dem mehr als 50 friedenspolitische Organisationen und Initiativen angehören, fordert die Akteure in Ost und West auf, alles zu vermeiden, was die Situation in der Ukraine weiter verschärft.

Waffenstillstand, Primat der Diplomatie, Ausgleich und Versöhnung, Verhandlungen und zivile Konfliktbearbeitung sind das Gebot der Stunde. Ein sofortiger Stopp der Kämpfe und konfrontativen Aktionen und ein Sondergipfel der OSZE, auf der Maßnahmen der zivilen Konfliktbearbeitung und der Kooperation im Mittelpunkt stehen müssen, sind nötig. Wir unterstützen die Überlegungen für ein Genf 2 mit allen politischen und militärischen Beteiligten an einem Tisch.

Alternativen zu Krieg, Gewalt und konfrontativer Politik brauchen Unterstützung. Denn auch 100 Jahre nach dem 1. Weltkrieg gilt: Frieden kann nur durch das Handeln der Menschen gesichert und erreicht werden. Deswegen begrüßt die Kooperation für den Frieden die Geste, den 8. Mai zur Erinnerung an die Befreiung vom Nationalsozialismus mit vielfältigen Aktionen zu nutzen und somit ein Zeichen wider die aufflammende Konfrontation zu setzen sowie weitere vielfältige Aktionen für Frieden und Völkerverständigung.

Die SprecherInnen der Kooperation für den Frieden:
Reiner Braun (IALANA)
Philipp Ingenleuf (Netzwerk Friedenskooperative)
Jens-Peter Steffen (IPPNW)
Renate Wanie (Werkstatt für gewaltfreie Aktion)
Lucas Wirl (NaturwissenschaftlerInnen Initiative)

Pressekontakt:
Reiner Braun (IALANA) Tel. 030 / 20 65 48 57
Jens-Peter Steffen (IPPNW) Tel. 030 / 69 80 74 13 

Erklärung des Bundesausschuss Friedensratschlag und der Kooperation für den Frieden zur Ukraine

Initiates file downloadHier als PDF.

Die sich in den letzten Wochen zuspitzende Krise in der und um die Ukraine war bei der Abfassung der meisten Ostermarschaufrufe unberücksichtigt geblieben. Die Friedensbewegung hat zu den andauernden Auseinandersetzungen in der Ukraine keine abschließenden Urteile, wohl aber gemeinsame Positionen, die sich aus ihren auf Gewaltfreiheit und Völkerrecht beruhenden Grundüberzeugungen ergeben.

Aus Sorge um die sich zuspitzende Lage in der Ukraine wenden sich der Bundesausschuss Friedensratschlag und die Kooperation für den Frieden an die Friedensbewegung und die Öffentlichkeit:

Die Friedensbewegung ist demokratisch: Den berechtigten gewaltlosen sozialen und politischen Protesten der ukrainischen Bevölkerung gegen Präsident Janukowitsch und seine Regierung, die sich auf dem Maidan Luft verschafft haben, gehörte unsere Sympathie. EU und Bundesregierung haben mit ihren Einmischungs-Versuchen die Bewegung instrumentalisiert und Gegenreaktionen Russlands provoziert. Wir warnen vor einer Wiederkehr nationalistischer und chauvinistischer Tendenzen auf allen Seiten.

Die Friedensbewegung setzt auf Gewaltfreiheit: Sehr früh eskalierten die Proteste und schlugen in offene Gewalt um. Eine einseitige Schuldzuweisung an die Sicherheitskräfte der damaligen Regierung verbietet sich angesichts der Beteiligung bewaffneter Formationen in den Reihen der Opposition. Gewaltfreiheit erwarten wir auch von den Regierungen bei der Durchsetzung staatlicher Interessen.

Die Friedensbewegung ist antifaschistisch: Die bewaffneten Formationen auf dem Maidan und in anderen Teilen der Westukraine standen unter dem Kommando rechtsradikaler bis faschistischer Organisationen, insbesondere der Partei „Swoboda“ und des „Rechten Sektors“. Deren Anknüpfung an faschistische Traditionen aus der Zeit des verbrecherischen Krieges Nazi-Deutschlands gegen die UdSSR, deren notorischer Antisemitismus und deren Verbindung zu Neonazis Rechtsextremen im Ausland diskreditiert nicht nur die ukrainische Opposition, sondern auch die Übergangsregierung, in deren Reihen Rechtsradikale wichtige Positionen einnehmen. In ein schiefes Licht geraten aber auch jene deutschen und EU-Politiker, die den Einfluss dieser ultrarechten Kräfte verharmlosen. Eine Beteiligung rechtsextremer und faschistischer Kräfte an der ukrainischen Übergangsregierung darf nicht akzeptiert werden.

Die Friedensbewegung achtet das Völkerrecht: Die unverhohlene Mithilfe des Westens am „Regime Change“ in Kiew widerspricht eklatant dem Nichteinmischungsprinzip nach Art. 2 Ziff. 7 der UN-Charta. Auch das Eingreifen russischer Streitkräfte über das vom russisch-ukrainischen Stationierungsvertrag erlaubte Maß hinaus ist vom Völkerrecht nicht gedeckt. Bei dem Referendum und der Unabhängigkeitserklärung der Krim und dem anschließenden Beitritt zu Russland handelt es sich gleichwohl nicht um eine völkerrechtswidrige „Annexion“, wie westliche Medien und Politiker behaupten, sondern um eine völkerrechtlich umstrittene Sezession. Als solche verstieß sie gegen die ukrainische Verfassung.

Die Friedensbewegung setzt auf gemeinsame Sicherheit: In den internationalen Beziehungen, insbesondere in den historisch so belasteten Beziehungen zwischen dem Westen und Russland, müssen die berechtigten Sicherheitsinteressen aller Staaten des „gemeinsamen Hauses Europa“ Berücksichtigung finden. Mit der Osterweiterung der EU und Ausdehnung der NATO bis nahe an die Grenzen Russlands sieht sich Moskau zu recht politisch und militärisch in die Enge getrieben. Die Ukraine darf nicht zum Bollwerk gegen Russland ausgebaut werden, sondern sollte eine Vermittlerposition in der Region einnehmen. Sanktionen des Westens gegen Russland sind das falsche Signal und müssen aufgehoben werden.

Die Friedensbewegung fordert:

  • Stopp sämtlicher Rüstungsexporte aus dem EU-Raum nach Russland und in die Ukraine.
  • Stopp des Aufbaus des sog. Raketenschirms in Europa, der von Russland nur als Bedrohung betrachtet werden kann.
  • Die NATO soll die Sicherheitsinteressen der Russischen Föderation genauso ernst nehmen wie die der Ukraine. Die Bündnisfreiheit der Ukraine ist von allen Konfliktparteien zu akzeptieren.
  • Keine Beteiligung rechtsextremer und faschistischer Kräfte an ukrainischen Regierungen.
  • Von Politik und Medien verlangen wir rhetorische Abrüstung.

Die Eskalation in der Ukraine führt uns einmal mehr vor Augen:
Notwendig ist ein umfassender Abrüstungsprozess in Europa.

Verhandeln ist besser als schießen

Ostern 2014
Bundesausschuss Friedensratschlag
Kooperation für den Frieden

Statements aus der Friedensbewegung zur Krise in der Ukraine (17.04.2014).

Initiates file downloadHier die Statements als PDF.

Die Ostermärsche erinnern im Gedenkjahr 2014 an 100 Jahre Krieg und Aufbegehren dagegen und verlangen den Paradigmenwechsel von der Militärpolitik zur Zivilen Konfliktbearbeitung.

Mit Demonstrationen, Kundgebungen, Fahrradtouren, Wanderungen und Friedensfesten stellen sich die Friedensgruppen der Rüstungs- und Interventionspolitik der Großen Koalition entgegen und weisen die forschen Sprüche des "Trio Infernale" Gauck, von der Leyen und Steinmeier zu mehr (militärische) deutsche Verantwortung zurück.

Für Afghanistan wird der vollständige Abzug der Nato-Truppen und massive zivile Hilfe für den Wiederaufbau gefordert.

Die Friedensgruppen wollen eine friedliche Lösung der Kriege in Mali und Syrien und fordern ein Verbot der skandalösen deutschen Rüstungsexporte.

Eine Eskalation von Sanktionen im Ukraine/Krim-Konflikt hin zu einem Wirtschaftskrieg mit Russland wird in der Friedensbewegung abgelehnt.

Wichtige Themen sind auch die Abschaffung der Atomwaffen und die Stilllegung aller Atomanlagen sowie die Kritik an der Rekrutenwerbung der Bundeswehr in Schulen und im öffentlichen Raum und Zivilklauseln an den Hochschulen.

Eine Übersicht der zahlreichen Ostermarsch-Veranstaltungen gibt das Netzwerk Friedenskooperative unter
http://www.friedenskooperative.de/om2014.htm